Rund 670 Führungskräfte aus Unternehmensberatungen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat der Bundesverband Deutscher
Unternehmensberater BDU e.V. befragt, in welchem Umfang und mit welchen Themen sie im grenznahen Ausland Beratungsprojekte
durchgeführt haben. Danach erwirtschaftete immerhin jede zehnte Unternehmensberatung im Durchschnitt der letzten drei
Jahre grenzübergreifend mehr als 20 Prozent des Umsatzes. Bei weiteren elf Prozent der Berater entfallen bis zu 20 Prozent
des Gesamtumsatzes auf diese Projekte. Offensichtlich können grenznahe Auslandsprojekte deutscher Consultingunternehmen
durchaus eine erfolgversprechende Strategie sein, um den Klientenstamm zu erweitern und den Umsatz zu erhöhen. BDU-Präsident
Antonio Schnieder: „Ausbildung und Know-how deutscher Unternehmensberater werden im Ausland sehr geschätzt und
dies zunehmend."Der höchste Anteil der Mandate wurde mit 45 Prozent mit Firmen in Ost- und Nordostfrankreich vereinbart.
Es folgen Luxemburg mit 26 Prozent sowie das südliche Belgien mit 20 Prozent und die südliche Niederlande mit neun
Prozent. Die Beratungsthemen verteilen sich wie folgt: Organisationsberatung (34 Prozent), Human Resources Management (28
Prozent), Strategieberatung (33 Prozent) und IT-Beratung (fünf Prozent).
Anlass für die BDU-Befragung war
weiterhin, zu erfahren, ob bei den Beratungen Beschränkungen durch ausländische Gesetze und Behörden bekannt
geworden sind. Denn mit der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie Ende 2009 müssen grenzüberschreitende Dienstleister
den heimischen weitgehend gleichgestellt werden. 94 Prozent der Berater konnten allerdings keine Beschränkung feststellen.
Was allerdings kritisiert wurde ist, dass französische Behörden bei geförderten Beratungen in Unternehmergesprächen
nationale Anbieter offensiv empfehlen.
Obwohl die meisten Berater keine Beschränkungen wahrgenommen haben, verbinden
sie mit der EU-Dienstleistungsrichtlinie doch eine Verbesserung ihrer Markteintrittschancen: 58 Prozent gehen davon aus, dass
die Beratungstätigkeit in Zukunft leichter wird.